Frank Wehking mit Headset vor Bildschirm
Handwerkskammer Konstanz
Frank Wehking ist Projektleiter für Digitalisierung im Bildungsmanagement bei der Handwerkskammer Konstanz.

Im Lernprozess bleiben

Bildungsakademien bieten neue Online-Lerneinheiten

Seit 17. März 2020 sind die Bildungsakademien der Handwerkskammer geschlossen. Damit die Kursteilnehmer der laufenden Meistervorbereitungs- und Betriebswirtschaftskurse dennoch am Ball bleiben, hat die Handwerkskammer gemeinsam mit den Dozenten Online-Lernangebote geschaffen. „Jetzt zahlt sich aus, dass wir früh in die Digitalisierung investiert haben und unsere Lernplattform Ilias mit Selbstlernmodulen zur Vertiefung des Stoffes gefüllt ist“, sagt Frank Wehking, Projektleiter für Digitalisierung im Bildungsmanagement bei der Handwerkskammer Konstanz.
 

Betriebswirte im Online-Klassenzimmer

Rund 100 angehende Betriebswirte aus sechs Kursen tauchen mit ihren Dozenten nun komplett in die digitale Welt ein. „Mit der Webinarsoftware Edudip next verlagern unsere Dozenten das Klassenzimmer kurzerhand in einen Webinarraum. Nach anfänglichen technischen Herausforderungen klappt das mittlerweile ganz gut und alle Beteiligten sammeln jetzt wichtige Erfahrungen für die Zukunft“, so Wehking. Bei den Teilnehmern komme das Angebot grundsätzlich gut an: Die meisten kämen laut Wehking gut mit den Webinaren zurecht, einige spiegelten allerdings zurück, dass das Online-Lernen für sie „einfach nicht tauge“.

Einführungs-Webinare und Videokonferenzen für Meister

Auch die angehenden Maurer-, SHK-, Schreiner-, Maler-, Klempner-, Metallbauer-, Zimmermeister sowie Teilnehmer der Meistervorbereitung Teil III kommen derzeit in den Genuss von Einführungs-Webinaren und Online-Unterricht, den viele bereits als Ergänzung des Präsenzunterrichts kennen.

Bei den Schreinern kümmert sich Stephan Schmidt, Schreinermeister, Gestalter im Handwerk sowie Dozent an der Bildungsakademie, um die Inhalte. „Ich habe beispielsweise an zwei Seminartagen CAD-Inhalte per Teams unterrichtet und behaupte mal, dass das nicht weniger effizient war als sonst. Morgens und nachmittags gab es jeweils eine Videokonferenz mit allen Kursteilnehmern, die ich zum Nachschauen auch aufgezeichnet habe. Dazwischen mussten die Schüler eigenständig Aufgaben lösen. Wer Fragen hatte, konnte mich über Teams jederzeit per Videoschaltung erreichen“, berichtet Schmidt.

Was bleibt nach Corona?

„Welche Formate und Inhalte wir aus der aktuellen Situation in die Zukunft mitnehmen, werden wir genau analysieren“, so Frank Wehking. Module zur Prüfungsvorbereitung wären genauso vorstellbar wie weitere Vertiefungsangebote zum Unterricht in der Bildungsakademie. Gänzlich auf Online-Unterricht umzustellen, hält er im Handwerk für ausgeschlossen. „Handwerk bedeutet praktisches Arbeiten. Und nicht jeder mag es, ausschließlich mit einem Monitor zu reden. Der Unterricht lebt eben auch vom direkten Feedback und das ist in großen Kursen online kaum möglich“, so Wehking.